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8 - Finstere Gasse

8 - Finstere Gasse

Finstere Gasse
Finstere Gasse

Ein Gang durch diese Straße ist besonders lohnenswert, weist sie doch die meisten eingetragenen Baudenkmale in Markgröningen auf. Durch die Auskargungen der Gebäude in den oberen Stockwerken fällt nur wenig Sonnenlicht in die Gasse, weshalb diese wohl die Bezeichnung „Finstere Gasse“ erhielt. Die Sanierung des malerischen Fachwerkensembles Gebäude Nr. 4, 7 und 9 wurde durch ein eigenes Sanierungsprogramm ermöglicht.

Bürgerhaus: Finstere Gasse 9

Das dreigeschossige giebelständige Fachwerkhaus kragt nach drei Seiten aus. Es weist die Fachwerktechnik der Verzapfung auf. Die steinernen großen Fenster im Erdgeschoss deuten auf frühere Verkaufsläden hin. Den oberen Teil  dieser Läden konnte man horizontal nach oben klappen, während über den unteren tischartig auswärts geklappten Teil die Waren „über den Laden“ gingen. Im 2. Stock blieb eine farblich ausgestaltete Bohlenstube aus der Zeit kurz nach 1600 erhalten, deren Lage man von der Straße aus an den breiten Fensterbändern erkennt, die als Fenstererker angelegt worden sind. Der Wohnwert von Räumen wird durch Fenstererker um ein Vielfaches aufgewertet. Bedeutend mehr Licht kann in die ansonsten dunklen Altstadtstuben fallen. Breite Fensterbänder wirken auch im Innern großzügig, selbst eine kleine Auskragung von nur einer Handbreit gibt dem Raum eine optische Vergrößerung.

Ackerbürgerhaus: Finstere Gasse 7

Dieses freistehende Fachwerkhaus, ein dreigeschossiges giebelständiges Gebäude, wurde um 1500 in der Verzapfungstechnik errichtet. Der gotische Spitzbogen über dem Eingang wurde in Holzbauweise ausgeführt. Das Wandfachwerk der Stube wurde um 1800 komplett erneuert, auch hier gab es ursprünglich einen Fenstererker. Mit dem Verputz des Fachwerks im 18. Jahrhundert wurden die Fenstererker als störend empfunden und durch einzelne Fenster setzt. Am Gebäude Nr. 7 befinden sich neben Inschriften zwei Fleischerbeile, die auf die frühere Nutzung des Gebäudes durch Metzger verweisen. Wahrscheinlich geht die frühere Bezeichnung der Gasse als Metzgergasse auf das früher hier längere Zeit betriebene Gewerbe zurück.

Ackerbürgerhaus: Finstere Gasse 4

Das 1466/67 errichtete dreistockige Fachwerkhaus ist das älteste der drei Gebäude in der Finsteren Gasse. Auffallend ist der Spitzbogen über dem Eingang, ein Element des gotischen Steinbaus, das in Holzbauweise umgesetzt wurde. Am ersten und zweiten  Stock sieht man die Bautechnik der Verblattung mit den für Markgröningen typischen herausstehenden Holznägeln. Das Haus ist charakteristisch für den Typ des Ackerbürgerhauses mit seiner in der östlichen Hälfte zweischiffigen Erdgeschosshalle und dem repräsentativen Wohngeschoss darüber.

Sie wollen noch mehr wissen?

Auf der Homepage des Arbeitskreis Geschichtsforschung und Denkmalpflege Markgröningen e.V. (AGD) finden Sie umfassendes und fundiertes Material zur lokalen Geschichte und den Kulturdenkmalen Markgröningens.

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