Stadt Markgröningen (Druckversion)

9 - Kirchplatz: Bartholomäuskirche

 

Mitte des 13. Jahrhunderts betrieb Graf Hartmann II. von Grüningen den Neubau der Kirche auf Fundamenten eines romanischen Vorgängerbaus.

Das imposante Westwerk mit dem Kirch- und dem Hochwachtturm wurde auf Veranlassung der württ. Grafen zwischen 1340-46 an das Kirchenschiff angebaut. Bemerkenswert am städtischen Hochwachtturm sind die an der Außenseite des Turmfußes in das Fundament eingelassenen Markgröninger Maße: die Rute als Längenmaß (4,745 m) und das Tuchmaß Elle (0,629 m). Bis zur württembergischen Maßordnung von 1557 konnten an Markttagen hier auswärtige Händler das in dieser Stadt und deren Amtsbezirk geltende Maß nehmen und die Käufer ihre erworbenen Produkte nachmessen.

Die Kapelle im Südosten wurde um 1400 angebaut. 1459 stiftete der Kaplan Walter von Haslach die zweite, die sogenannte Volland-Kapelle. Hier steht das Grabdenkmal von Elisabeth Lyher, der Mutter des Markgröninger Vogts Philipp und des Ambrosius Volland, Kanzler Herzog Ulrichs.

Die spätgotische Choranlage wurde 1469-72 von dem zeitweise in Markgröningen ansässigen Aberlin Joerg an Stelle eines früheren, um 1272 errichteten halbkreisförmigen Abschlusses angebaut. Das Chorgestühl mit beeindruckenden Schnitzereien stammt aus dem 14. Jahrhundert.

In den Jahren 1847/48 wurde die Kirche durch Kirchenbaumeister de Pay wesentlich umgestaltet. Von entscheidender Wirkung für den Innenraum waren neben der neugotischen Decke im Kirchenschiff die Aufstellung einer Orgel der Ludwigsburger Firma Walcker im Chor, der Einbau von Emporen im südlichen Seitenschiff und im Westen sowie eine neue Kanzel mit Schalldeckel.  

Nach dem Zweiten Weltkrieg versammelte sich eine Zeitlang auch die katholische Gemeinde in der Kirche zum Gottesdienst, bis dringende Sanierungsarbeiten die komplette Schließung erforderten. Zwischen 1953 und 1956 wurde die Walckerorgel nach Westen versetzt sowie die eingebauten hölzernen Emporen entfernt. An den Wänden entdeckte man mittelalterliche Wandmalereien und bei der Verlegung einer Fußbodenbeheizung im Chor Grabsteine. Die Malereien wurden freigelegt und gesichert, die Beleuchtung modernisiert.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten am Kirchendach zwischen 2005 und 2011 sollten dieses stabilisieren, damit der Schub nach Westen und der Druck auf die Türme gestoppt werden. Für seinen Einsatz hierbei erhielt der Förderverein Bartholomäuskirche den städtischen Sanierungspreis im Jahr 2011.

Sie wollen noch mehr wissen?

Auf der Homepage des Arbeitskreis Geschichtsforschung und Denkmalpflege Markgröningen e.V. (AGD) finden Sie umfassendes und fundiertes Material zur lokalen Geschichte und den Kulturdenkmalen Markgröningens.

Hier geht es zur Seite über die Bartholomäuskirche.

http://www.markgroeningen.de/index.php?id=206