Informationen zum Corona Virus

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Appell an die Mitbürgerinnen und Mitbürger von Herrn Bürgermeister Kürner

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Corona-Virus stellt uns vor eine neue Situation, die viele von Ihnen verunsichert. Wir müssen nun alle mit dieser Situation besonnen aber auch verantwortungsvoll umgehen.

Das vordringliche Ziel ist es, die Ausbreitung der Infektion bestmöglich zu verlangsamen. Es geht darum, die Ansteckungskurve flach zu halten, um Zeit zu gewinnen und die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat hierzu am 13. März 2020 einschneidende Maßnahmen beschlossen, die durch die nun erlassene Rechtsverordnung rechtlich festgeschrieben wurden. Diese sind drastisch, aber auch notwendig und sinnvoll. Der eigens eingerichtete Krisenstab in der Stadtverwaltung unternimmt alles, um mit Augenmaß und hohem Verantwortungsbewusstsein die anstehenden Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung umzusetzen. Dies kann jedoch nur umfänglich funktionieren, wenn alle Bürgerinnen und Bürger auch eigenverantwortlich an der Umsetzung mitwirken. Die gesamte Krise ist ein dynamischer Prozess, der täglich weitere Veränderungen mit sich ziehen kann. Ich bitte die Bevölkerung, sich über die Homepage der Stadt (www.markgroeningen.de) regelmäßig zu informieren.

Gerade in diesen Zeiten ist der Bedarf an Nähe und persönlichem Austausch untereinander sehr groß. Und genau das ist es leider, worauf wir derzeit verzichten müssen. Bitte reduzieren Sie Ihre sozialen Kontakte soweit als möglich.

Bitte achten Sie trotzdem insbesondere auf ältere und kranke Menschen in Ihrem persönlichen Umfeld und in Ihrer Nachbarschaft. Unterstützen Sie sich gegenseitig, wenn nötig. Wir müssen alle auch selbst etwas beitragen, um gut durch diese schwierigen Zeiten zu kommen!

Bleiben Sie gesund!  
Rudolf Kürner
Bürgermeister

 

 

 
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Herbst
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Schafsherde
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Sagen

Der treue Bartel oder der gute Hirte

Wo schriftliche Zeugnisse nicht bis zum Ursprung zurückreichen, ersetzt die Phantasie des Volkes das Fehlende durch die Sage. So umrankt ein ganzer Kreis von Legenden die Entstehung des Schäferlaufs und die Gestalt des treuen Schäfers Bartholomäus, in Markgröningen kurz Bartel genannt. Zwei Hauptstränge der schriftlichen sowie mündlichen Überlieferung sind hier zu unterscheiden.

Beiden gemeinsam sind die Motive der Zuverlässigkeit und der Treue gegenüber dem Herrn. Denn der hohe materielle Wert einer Schafherde erforderte von den (Wander)Schäfern diese Tugenden, waren sie doch räumlich oft weit von ihrem Herrn entfernt und der Kontrolle der dörflichen Gemeinschaft entzogen.

Der Markgröninger Pfarrer und Historiker Ludwig Friedrich Heyd schilderte 1829 folgende Fassung der Schäferlaufsage: Es gab einmal einen Grafen von Gröningen, dem ein Schafknecht namens Bartholomäus diente. Dieser Knecht sollte angeblich Schafe aus der Herde seines Herrn verkaufen und das Geld für sich behalten. Dies jedenfalls behaupteten der Vogt und der Kammerdiener Francesco gegenüber dem Grafen.

In Wirklichkeit waren sie es, die in die eigene Tasche wirtschafteten. Der Kammerdiener hatte ein Auge auf Bartels Tochter Kätterle geworfen, die jedoch Johann, den Schäferknecht ihres Vaters liebte. Den Grafen verdross die angebliche Untreue seines Schäfers sehr, denn er hatte Bartel bisher immer für treu gehalten und wollte nicht glauben, was man von ihm behauptete.

Deshalb wollte er Bartel auf die Probe stellen. So gab der Graf vor, über Land zu reisen. Heimlich kehrte er jedoch als Metzger verkleidet zurück und ging selbst zu dem Knecht aufs Feld. Er bot Bartholomäus viel Geld - dieser lehnte jedoch immer standhaft ab. Und als sich der falsche Metzger an einem Stück aus der Herde vergriff, schlug ihn der ergrimmte Knecht.

Daraufhin gab sich der Graf zu erkennen, lobte die Treue des Dieners, schenkte ihm einen Hammel und befahl, dass die Schäfer am Namenstag des treuen Schäfers Bartholomäus alle Jahre ein Fest der Freude und des Andenkens feiern sollten.

Diese Version ist die bekannteste und stellt auch das Thema des von Pfarrer Albert Esenwein 1909 verfassten Theaterstücks „Der treue BarteI". Das Stück endet mit einem "Happyend" in Form der Hochzeit von Bartels Knecht Johann und der Tochter Bartels namens Kätterle. Alljährlich werden Szenen des Schauspiels auf dem Stoppelfeld vor Beginn der Darstellungen gespielt, um die Entstehung des Schäferlaufs wieder ins Gedächtnis zu rufen. Zusätzlich finden am Festwochenende in der Stadthalle mehrere Aufführungen des Stücks in seiner gesamten Länge statt.

Die zweite Sagengruppe hat speziell die Treue des Schäfers Bartel als Kern. Demnach hatte Bartholomäus in der Schlacht um "Burg Rotenberg“ dem Grafen Eberhard dem Erlauchten, bereits einmal das Leben gerettet. Im Reichskrieg gegen den im Jahr 1310  mit der Reichsacht belegten Württemberger fielen nacheinander alle württembergischen Festungen bis auf Hohenurach und Hohenasperg, der auf der Nachbarmarkung Markgröningens liegt.

Bei der Belagerung des Aspergs durch Kaiser Heinrich VII. im Jahr 1310 verhalf Bartholomäus der bedrängten Burgbesatzung zur Flucht, weil ihm seine Liebste einen zwischen Asperg und Markgröningen verlaufenden Geheimgang verraten hatte. Nach der Rückeroberung Württembergs durch Graf Eberhard I. im Jahr 1315 ernannte er den treuen Bartel zum Meister der Markgröninger Schäferzunft und stiftete an dessen Namenstag ein Fest.

Die christliche Symbolik des treuen Hirten

Abgesehen von den genannten Sagen kann die Figur des Bartels auch in Bezug zur christlichen Symbolik des "guten Hirtens" gesehen werden, auf dessen Schutz und Schirm die "Herde" der Gläubigen vertrauen kann.

Kein Wunder, dass diese Thematik von den Markgröninger Diakonen - denn zu ihrem Aufgabenbereich gehörte früher die Schäfer- laufpredigt - über Jahrhunderte hindurch gewählt wurde. Heute halten auch Gäste die Predigt des mittlerweile ökumenischen Gottesdienstes am Schäferlaufsamstag. Die Anspielung auf die christliche Tradition sowie die Sagen sollten vor allem früher zur sozialen Aufwertung des "unehrlichen" Schäferstandes beitragen.

Der heilige Bartholomäus

Die heutige Markgröninger Bartholomäuskirche war ursprünglich den beiden Aposteln Peter und Paul geweiht. In der Frühen Neuzeit gab es einen Patroziniumswechsel und die Stadtkirche wurde - vielleicht unter dem Einfluss des Schäfertreffens beim Bartholomäusmarkt - zur Bartholomäuskirche.

Bartholomäus ist der Patron der Bergleute, Gipser, Bauern, Winzer, Hirten, Lederarbeiter, Gerber, Sattler, Schuhmacher, Schneider, Bäcker, Metzger, Buchbinder und hilft gegen Haut- und Nervenkrankheiten sowie Zuckungen des Leibes. In Markgröningen wird er lokal als Schutzheiliger der Schäfer verehrt. Allgemein wird der heilige Wendelin als Schutzpatron der Schäfer verehrt.

Der Berufsstand der Schäfer darf nicht mit dem der (Rinder- und Schweine-) Hirten gleichgesetzt werden.

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